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Sonntag, 7. Dezember 2014

Meine Mama und Geschichten

Als ich noch klein war - also, noch kleiner als heute - konnte man mich nur schwer vom Spielen abhalten. Ich war so vertieft, dass ich alles vergaß: Das Wetter, die Zeit, dass ich auf Klo musste... (Ich halte mich hier an Bastian Balthasar Bux: Wieso muss in Büchern eigentlich nie jemand pinkeln?) Das einzige, was ich noch lieber mochte, waren Geschichten. Eines meiner ersten Spielzeuge war ein Würfelpuzzle, auf dem ich sechs verschiedene Märchenbilder legen konnte. Und wir hatten ein Märchen-Quartett, von dem die Bilder zu "Jorinde und Joringel" meine liebsten waren. Ganz zu schweigen, von dem wunderschönen alten Märchenbuch, das meine Mama besitzt und in dem ich ganz vorsichtig blättern und die Zeichnungen bestaunen durfte.
Meine Mama hat mich mit Geschichten geimpft. Ich sehe uns zu dritt - meinen Bruder, meine Mama und mich - im elterlichen großen Bett liegen, meine Mama mit einem Buch in der Mitte, vorlesend. Pony Pedro, Der Wusnchpunsch, Grimm'sche Märchen, Der süße Brei, die Geschichte vom dicken Pfannkuchen und viele viele mehr. Die gemütlichste Zeit des Tages war das immer für mich. Aber nicht nur Bücher, auch Filme, Märchenfilme und Krimis und James-Bond-Streifen und Western und Komödien - alles, was es zu sehen gab, haben wir uns angeschaut. Noch heute ist es Tradition, dass wir zwei uns in den Weihnachtsnächten, wenn alle anderen schon friedlich schlafen (so nachts gegen halb drei...), nochmal eine Portion traditionellen Kartoffelsalat gönnen und Filme schauen - Klassiker wie die Miss-Marple-Filme oder "Wir sind keine Engel" oder eine andere Geschichte. Denn Geschichten, Geschichten sind ein ebenso besonderer Zauber wie Weihnachten - und die meisten Geschichten, die ich kenne, verdanke ich meiner Mama.